Entstanden im Jahre 2007. Mir scheint, dass Erato sich einige Male bei mir hat blicken lassen in dieser Zeit. Die etwas ‘humorvolleren’ Gedichte beeinhalten jedoch zum größten Teil eine ernstgemeinte Kritik. Es ging nicht darum, etwas neues zu schaffen oder einen Stil zu ändern, ich schreibe nicht geplant, dass was da ist, ist da und je nach Verfassung, tritt ein Teil manchmal mehr in den Vordergrund als der andere.
Vorwort Band 6
Das Marmorhaus
Es stand so halb im Buchenhain
Ein Haus verziert mit Marmorstein
Der Stein strahlte mehr Wärme aus
Als manch ein Mensch in diesem Haus
Die Treppen aus Marmor, ein schönes Bild
Der Garten mit Bäumen, dass Unkraut wuchs wild
Niemand konnte das Leid dort zähmen
Nur leere Worte, die schmerzen und lähmen
Die Straße so düster, die Sterne so klar
Wenn man des Nachts aus dem Fenster sah
Und man an diesem unglückseligen Ort
Sich einfach nur wünschte, man wäre weit fort
Die Schaukel am Schuppen fürs Holz angebracht
Hielt ewig, als wenn sie den Schuppen bewacht
Schon halb in dem Wald, mit all seinen Bäumen
Gab platz fürs allein sein, von besserem träumen
‚Oh seht doch, wie schön’, sprach manch einer aus
Wenn Blicke schweiften ums marmorne Haus
Vielleicht wollte keiner das Innere sehen
Denn in der Mitte, da war es nicht schön
Die Stille ums Haus ist seit Jahren geblieben
Nun leben dort Menschen, die wirklich sich lieben
Nur legt man sein Ohr an das Haus mit den Steinen
So ist’s, als hört man die Kinder noch weinen
Küss mich und stirb
Küss mich und stirb
Mein Freund
Küss mich und stirb
Bis die Sonne weint
Mein Freund
Küss mich und stirb
Mein Freund
Küss mich und stirb
Sind nicht vereint
Mein Freund
Küss mich und stirb
Mein Freund
Küss mich und stirb
Bist wohl ein Feind
Mein Freund
Küss mich und stirb
Mein Freund
Küss mich und stirb
Die Sonne mir scheint
Mein Freund
Der Bach
Silber glitzernd bahnt sich
Der Bach
Mutiert zum Fluß
Der Bach
Und stirbt als Meer
Einem Meer der Tränen
Der Bach
Voller roter Tränen
Der Bach
Mutiert zum Wasserfall
Als wären Tränen Blut
Der Bach
Glitzert silbern und rot
Der Bach
Versiegt
Gedanken am Morgen
Ein verklärter Blick hinaus
Über Hecken und Wiesen
Blicke aus einem stillem Haus
Blicke aus Häusern wie diesen
Sonne, die durch die Wolken bricht
Durch Fenster, Türen und Zimmer
Räume in denen es selten Licht
Räume, wie ewig und immer
Vogelgesang mit dem Wind verklingt
Weit hinaus, in doch jede Richtung
Wind, der alle Töne verschlingt
Wind, der Neues bringt und Vernichtung
Menschen, die langsam müde erwachen
Alle mit Kummer und Sorgen
Kummer, ohne jegliches Lachen
Kummer, an diesem Morgen
Ein kleiner Gedanke kämpft sich frei
Zieht allein mit den Träumen fort
Träume, in denen es einerlei
Träume, vom besseren Ort
Ich bleib so
Manche Leute, die sich schmücken
Mit Toleranz die Welt beglücken
Sollten in den Spiegel sehn
Bevor sie Worte neu verdrehn’
Ich bin ich, so werd ich bleiben
Belustigt meine Hände reiben
Toleranz ist wirklich toll
Wenn man nur funktionieren soll
Da gibt es Wörter, wirklich klar
Ich meine wohl: L-M-A-A
Einfach Mensch und nicht Maschine
Zum bösen Spiel die gute Miene?
Symphatiegeheuchel in der Welt
Ich bleib so, wie’s mir gefällt
Mit Herz und Kanten, Ecken
Kein Grund sich ängstlich zu verstecken
Toleranz muß sich nicht profilieren
Den Menschen stets zu kritisieren
Denn Mensch sein, heißt auch menschlich sein
Selbst Fehlverhalten schließt es ein
Man sollte sich die Freiheit gönnen
Mal anders sein zu können
Als die Andren es erwarten
Ganz krass muß es ja nicht entarten
Mit Toleranz und Ehrlichkeit
Klappt’s einsam, dreisam und zu zweit
Es sollte einfach ehrlich sein
Sonst ist man schließlich ganz allein.
Wilde Triebe
Wilde Triebe im Urwald der Seelen
Mit wenig Raum im Garten des Lebens
Die Triebe, die unser Dasein quälen
Kann sie nicht schneiden, wäre vergebens.
Denn Triebe treiben die Hoffnung voran
Und Sehnsucht erwächst aus den Blüten
Weil man sich nicht selber beschneiden kann
Wenn wilde Gedanken wüten.
Die Wünsche wollen ein sauberes Beet
Voll Rosen mit unspitzen Dornen
Doch in jedem Garten Unkraut steht
Mit wilden Trieben, verworrnen’.
Möchte täglich die Triebe schneiden
Sich selbst ein Gärtner sein
Und sich am rosenrote weiden
Wär schön, könnt es so sein.
Lässt man einmal das Unkraut gedeihen
Und seiner Seele den Lauf
Möcht man vor Glück den Garten beschrein
Die Blüte des Herzens ging auf
Die eine Blüte, so schön und so frei
Wenn wir unser Unkraut wohl sehn’
Das Denken der Andern wär einerlei
Wenn wir zu den Trieben stehen.
Sagen Sie nicht, niemand hätte Sie gewarnt! (Was Bibel, Busch, Roth, Kästner und Nietzsche schon lange wußten…)
1,2,3 im Sauseschritt
Schrieb Wilhelm Busch, ich las es mit.
Wenn Du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht!
Sprach Nietzsche und war auch nicht dicht.
Denn in der Bibel steht geschrieben:
Du sollst auch deine Feinde lieben.
So schwinden oft die klugen Worte
Wie Eugen Roth`s Geburtstagstorte.
Und Erich Kästner’s Klassefrauen
Die kann man ohne Wort verhauen.
Guckt man sich die Frommen an
Wie man bei Wilhelm lesen kann.
Wenn’s Lenchen kippet, eins, zwei, drei
Und säuft sich das Gehirn zu Brei.
Selbst auf Buschen’s Lenchen Bildern
Ne lange Dürre ist zu schildern.
Im Testament, im glaub im Alten
Ließ Gott schon “DIESE” für sich walten.
Darüber sollt man sich bedenken
Anstatt nur Torten zu verschenken!
Ein Mensch, der auch ein Unmensch ist:
Ist der, beim Weib die Peitsch vergißt.
Und über große Dichter dichtet
Wofür man ist nicht eingerichtet.
Wenn du zum Weibe gehst, vergiß die Peitsche nicht!
Sprach Nietzsche und er hatte Recht.
Denn was uns diese Worte lehren
Ein Weib braucht man nur zum vermehren.
Nun ist der Schaden angerichtet
Geklautes wurd hier zu Nonsens verdichtet
Und die Moral des Gedichtes vernichtet
Denn dafür wurde ich eingerichtet….
Sage ich in allen Ehren
Ich tauge nicht, mich zu vermehren….
Ich
Wenn der Regen fällt
Auf meine Seele
Wenn der Donner hallt
Einsamkeit wütet
Mein Königreich
Das gab es nie
Die Welt, die Liebe, die ich bräuchte
Sie verwüstet meine Träume
Halt mich
Gib mir
Wie ich Dir geben würde
Mein Herz im Blut
Fang mich
Rette mich
Im Gewitter dieses Lebens
Was ich nie wollte
Halt mich
Weil ich mich selbst nicht halten kann.
Unstet
Die Unrast treibt mich oft voran
Ich wäre gern zu Haus
Ich weile zwar mal dann und wann
Doch treibt’s mich wieder raus
Die Sehnsucht plagt mich jeden Tag
Wo finde ich ein Heim?
‚Ich hab doch eins’, was ich mir sag
Nur passe ich dort rein?
Habe alles und auch nicht
Ich frage mich warum?
Die Sehnsucht mir mein Herz zerbricht
Das ist unheimlich dumm