9. Oktober 2008
Einiges wurde übernommen aus dem Zeitraum vor Band 4, vermutlich sind die meisten Gedichte hier aus 04/05 (oder auch 06 und 07, entfallen, sorry).
Tja, wenn man sein Leben mit 95 anderen Persönlichkeiten teilt, dann hat man auch immer etwas zu Schreiben.
Lyrik aus dem Irrenhaus sagt ja eigentlich alles, von A- wie AchDuScheiße bis Z- wie ZeugeDesIrrsinns (respektive Zeit, Melancholie, Optimismus *tröööt usw.)
Erlaubt ist was gefällt und besonders schön ist eine Struktur, nämlich dann, wenn man sie nicht mehr braucht
(Zum Schreiben brauchte ich sie eigentlich auch nie)
Ich fragte mich des Lebens Sinn
Rückwärts, niemals vorwärts ging.
Ein Schritte vorwärts, drei zurück,
Finde ich denn niemals Glück?
So sprach die Hoffnung leis’ zu mir:
„ Hör mir zu, ich glaube Dir.
Ich weiß doch diesen Weg Du gehst,
der Lichter ihren Glanz verschmähst.”
Ich horchte stille in mir auf,
folgte meines Herzens Lauf.
Sah Frau Hoffnung traurig an,
doch sie war es, die zu mir kam.
Sann ich mich in düstrem Denken,
Frau Hoffnung sollt mich weiterlenken.
Da öffnet sich mein seltsam Herz,
Frau Hoffnung nahm mir allen Schmerz.
Nun wollt ich endlich weitergehen,
Frau Hoffnung in die Augen sehen.
Mütterlich gab sie die Hand,
so zogen wir durchs ganze Land.
Es ist nicht das ‘Können’
(was mir bleibt)
Es ist die Seele
(die mich treibt)
Mir meine Sinne einverleibt
Mein Denken manchmal arg beschreibt
Wohl kann es keiner wissen
Ob Eigenblut und Seele fließen?
Ich bin soviel und auch so wenig
Doch Liebe ist mein hoher König
Ich bin erschüttert und verrückt
Weil Liebe meinen Sinn verzückt
Bin ich beizeiten stark entrückt
Könnt ich fliegen
Über diese Welt
Ich würde wiegen
Den Arm, der mich hält
Im Niemandsland ist mein zu Haus
Was jemand denkt, macht mir nichts aus
Ich möchte singen, tanzen, lachen
Die Welt zu einer guten machen
Einer Sehnsucht folgen, die inne mir wohnt
Nicht mal in den Träumen gestillt
Mein Denken scheint niemals geschont
Weil nichts meine Sehnsucht erfüllt
Doch ist es falsch und ich bin richtig
In dieser Stund ist es nicht wichtig
Ich möchte simpel nur erleben
Was dieses Dasein hat zu geben.
Wohl’ dem, der weiß, wie Glück uns rührt
Wohl’ diesen raren Stunden
Der Reise unsres Daseins
Die doch nur einen Wimpernschlag besteht.
Wohl’ dem, der seine Träume wahrt
Wohl’ jedem Kampf um sie
Der unsre Reise antreibt
Die steinig schleichend vorwärts geht.
Wohl’ dem, der seinen Traum erreicht
Wohl’ diesem edlen Glück
Was unsre Reise leichter macht
Die doch nur einen Wimpernschlag besteht.
Trost dem, der nicht mal kämpfen darf
Trost dem, der den versagten Traum beweint
Was unsre Reise sinnlos macht
Wenn Träume Narben kriegen.
So müde war sie
Die Müdigkeit kam wie im Flug
Ihr Anblick war wie
Ein gräulicher Atemzug
Sie weinte unendlich lang
Das machte alles viel schlimmer
Und Ihres Weinens Klang
Schlug Echo an Wänden im Zimmer
Die Kälte begann zu umschleichen
Die zitternde, alte Frau
Ihre Wehmut wollte nicht weichen
Der Schmerz war zu kräftig und rauh
Sie hatte etwas verloren
Ihr Herz klopfte bitter und schwer
Der Sohn, den sie einst geboren
Der lebte seit Tagen nicht mehr
So müde war sie
Die Müdigkeit kam wie im Flug
Ihr Anblick war wie
Ein gräulicher Atemzug
Eine Nacht auf eisigen Schwingen
Übermannte Mutter samt Sohn
Das müde sie weitergingen
Sprach für sich, in bitterem Ton
Sie hatten alles verloren
Was einmal so wichtig war
Die Mutter hatte geschworen:
Sie kämen alleine klar
Die Sterne strahlten entzückend
In jener frostigen Nacht
Ihre Stimmung jedoch war bedrückend
Nichts mehr lag in ihrer Macht
Sie hatten geklopft und gebeten
Für ein Lager im Heu oder Stroh
Die Menschen schauten betreten
Verjagten sie dann aber roh
Das zitternde Pärchen zog weiter
Durchs frierende, kalte Land
Die Sterne lächelten heiter
Mutter mit Sohn an der Hand
Beide träumten vom Warmen
Gelehnt an den morschen Baum
Niemand zuvor sprach erbarmen
Ihr sterben bemerkte man kaum
Nach Tagen blieb einer stehen
Schlug die Hände vor sein Gesicht
Er mochte das Leid nicht sehen
Aus dem Unmenschlichkeit spricht
Sie wurden zu Grabe getragen
Die Menschen blieben schier stumm
Sie mussten sich selber beklagen
Ihre Schuld brachte beide um
Ich wünsch mir für kalte Nächte
Das jemand die Tür aufmacht
Mir Herzenswärme brächte
Und nicht übers Leiden lacht
Ich möchte wieder ein Kind sein
Und Burgen aus Sand mir bauen
Ich möchte frei wie der Wind sein
Und Nachbars Garten beklauen
Ich möchte tanzen und springen
Von unendlichen Dingen träumen
Und Lieder der Liebe auch singen
Möchte klettern auf mächtigen Bäumen
Ich möchte gerne eine Katze sein
Und auf Dächern spazieren
Von oben ist nämlich alles sehr klein
Auch wenn ich auf allen Vieren
Ich möchte alle Armen beschenken
Und alle Krankheiten heilen
Ich möchte euch alle mit gutem bedenken
Das auf lange wir hier noch weilen
Ich möchte als mächtiger Adler fliegen
Und Stolz meine Kund verbreiten
Ich wünsch mir, daß nur die Guten siegen
Seit Anbeginn unserer Zeiten
Das alles mag vielleicht nicht gehen
Doch glaub ich wohl daran
Denn schönes gibt es schon zu sehen
So fangen wir einfach an
Im Grunde war ich noch sehr klein
Da sprangst Du als Beschützer ein
Ich war vielleicht grad 13 Jahr
Als ich Dich in Vilsen sah.
Ich war für Euch, für Dich die Kleine
Ich saß auf einer Bank, alleine
Vor einer Spielothek in diesem Ort
Oft spaßten wir auch gemeinsam dort.
Als ich dann später älter war
Verbrachten wir manch liebes Jahr
Ich denke oft an die wilde Zeit
Obwohl vergangen ist sie weit.
Wir haben soviel Spaß gehabt
Und Sinn zu Unsinn vorgebracht
Allein das Video für Schnieder
Vor lachen schmerzten uns die Glieder.
Bei Bensemanns im großen Saal
Das eine um das andere Mal
Dein Kopf lag tief hineingesunken
Am Tisch, denn Du warst sehr betrunken.
Wir alle haben viel gefeiert
Getanzt, gelacht und rumgeeiert
Es war so eine schöne Zeit
Zusammenhalt hat uns gefeit.
Wir saßen oft bis acht am morgen
Bei Thomas mit nicht vielen Sorgen
Hast nie was böses mir gesagt
Und zugehört, wenn man geklagt.
Später kaum Stunden miteinander verbracht,
Wir haben halt unsere Dinger gemacht.
Das letzte mal, es ist etwa zwei Jahre her
Da war es vertraut, wie immer und mehr.
Doch heute die Nummer im Telefon
Erst ging ich nicht ran, doch wusste ich´s schon
Dein Zweirad, Dein Hobby legte Dich lahm
Weil am Samstag ne Frau Dir die Vorfahrt nahm.
Ich wünsche Dir da, wo Du jetzt bist
Das Du an uns denkst, uns niemals vergisst
Ich wünsch Dir Weinbrand, Weib und Gesang
Und alles nur Beste, die Ewigkeit lang.
Du wirst jetzt oben im Himmel verweilen
Zum Abschied nur diese wenigen Zeilen.
Eumel, mein Großer es tut mir so weh
Ich hab Dich sehr lieb, und sag nun ade’
Nähe die mich tief berührt
Noch tiefren Fühlens mich verführt
Meine Seele andre fand
Sich mit ihnen dann verband
Gibt es meinem Leben Sinn
Wenn ich sonst verloren bin
Jemand der mich gut versteht
Auch wenn es mal nicht weiter geht
Jemand der mich nicht vergisst
Ganz egal wo er auch ist
Jemand dem ich helfen kann
Überall und irgendwann
Wie blau der Himmel noch erscheint
Im Herzen mir die Wehmut weint
Stets versucht das Glück zu greifen
Bitterkeit´s Früchte im Herzen mir reifen
Und fliegt ein Vogelklang vorbei
Die Trauer bricht das Herz entzwei
Die Wünsche weit nach vorne gellen
Mein Herz erfriert in eisig’ Wellen
Nur Frühlingsgrün uralter Bäume
Erweckt in mir das Licht der Träume.