9. Oktober 2008

Zu Band 5:

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:33

Einiges wurde übernommen aus dem Zeitraum vor Band 4, vermutlich sind die meisten Gedichte hier aus 04/05 (oder auch 06 und 07, entfallen, sorry).

Tja, wenn man sein Leben mit 95 anderen Persönlichkeiten teilt, dann hat man auch immer etwas zu Schreiben.

Lyrik aus dem Irrenhaus sagt ja eigentlich alles, von A- wie AchDuScheiße bis Z- wie ZeugeDesIrrsinns (respektive Zeit, Melancholie, Optimismus *tröööt usw.)

Erlaubt ist was gefällt und besonders schön ist eine Struktur, nämlich dann, wenn man sie nicht mehr braucht :-) (Zum Schreiben brauchte ich sie eigentlich auch nie)

Frau Hoffnung

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:14

Ich fragte mich des Lebens Sinn

Rückwärts, niemals vorwärts ging.

Ein Schritte vorwärts, drei zurück,

Finde ich denn niemals Glück?

So sprach die Hoffnung leis’ zu mir:

„ Hör mir zu, ich glaube Dir.

Ich weiß doch diesen Weg Du gehst,

der Lichter ihren Glanz verschmähst.”

Ich horchte stille in mir auf,

folgte meines Herzens Lauf.

Sah Frau Hoffnung traurig an,

doch sie war es, die zu mir kam.

Sann ich mich in düstrem Denken,

Frau Hoffnung sollt mich weiterlenken.

Da öffnet sich mein seltsam Herz,

Frau Hoffnung nahm mir allen Schmerz.

Nun wollt ich endlich weitergehen,

Frau Hoffnung in die Augen sehen.

Mütterlich gab sie die Hand,

so zogen wir durchs ganze Land.

Mein König

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:12

Es ist nicht das ‘Können’

(was mir bleibt)

Es ist die Seele

(die mich treibt)

Mir meine Sinne einverleibt

Mein Denken manchmal arg beschreibt

Wohl kann es keiner wissen

Ob Eigenblut und Seele fließen?

Ich bin soviel und auch so wenig

Doch Liebe ist mein hoher König

Ich bin erschüttert und verrückt

Weil Liebe meinen Sinn verzückt

Bin ich beizeiten stark entrückt

Könnt ich fliegen

Über diese Welt

Ich würde wiegen

Den Arm, der mich hält

Im Niemandsland ist mein zu Haus

Was jemand denkt, macht mir nichts aus

Ich möchte singen, tanzen, lachen

Die Welt zu einer guten machen

Einer Sehnsucht folgen, die inne mir wohnt

Nicht mal in den Träumen gestillt

Mein Denken scheint niemals geschont

Weil nichts meine Sehnsucht erfüllt

Doch ist es falsch und ich bin richtig

In dieser Stund ist es nicht wichtig

Ich möchte simpel nur erleben

Was dieses Dasein hat zu geben.

Wenn Träume Narben kriegen

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:09

Wohl’ dem, der weiß, wie Glück uns rührt

Wohl’ diesen raren Stunden

Der Reise unsres Daseins

Die doch nur einen Wimpernschlag besteht.

Wohl’ dem, der seine Träume wahrt

Wohl’ jedem Kampf um sie

Der unsre Reise antreibt

Die steinig schleichend vorwärts geht.

Wohl’ dem, der seinen Traum erreicht

Wohl’ diesem edlen Glück

Was unsre Reise leichter macht

Die doch nur einen Wimpernschlag besteht.

Trost dem, der nicht mal kämpfen darf

Trost dem, der den versagten Traum beweint

Was unsre Reise sinnlos macht

Wenn Träume Narben kriegen.

Echo

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:09

So müde war sie

Die Müdigkeit kam wie im Flug

Ihr Anblick war wie

Ein gräulicher Atemzug

Sie weinte unendlich lang

Das machte alles viel schlimmer

Und Ihres Weinens Klang

Schlug Echo an Wänden im Zimmer

Die Kälte begann zu umschleichen

Die zitternde, alte Frau

Ihre Wehmut wollte nicht weichen

Der Schmerz war zu kräftig  und rauh

Sie hatte etwas verloren

Ihr Herz klopfte bitter und schwer

Der Sohn, den sie einst geboren

Der lebte seit Tagen nicht mehr

So müde war sie

Die Müdigkeit kam wie im Flug

Ihr Anblick war wie

Ein gräulicher Atemzug

Es ist so kalt

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:08

Eine Nacht auf eisigen Schwingen

Übermannte Mutter samt Sohn

Das müde sie weitergingen

Sprach für sich, in bitterem Ton

Sie hatten alles verloren

Was einmal so wichtig war

Die Mutter hatte geschworen:

Sie kämen alleine klar

Die Sterne strahlten entzückend

In jener frostigen Nacht

Ihre Stimmung jedoch war bedrückend

Nichts mehr lag in ihrer Macht

Sie hatten geklopft und gebeten

Für ein Lager im Heu oder Stroh

Die Menschen schauten betreten

Verjagten sie dann aber roh

Das zitternde Pärchen zog weiter

Durchs frierende, kalte Land

Die Sterne lächelten heiter

Mutter mit Sohn an der Hand

Beide träumten vom Warmen

Gelehnt an den morschen Baum

Niemand zuvor sprach erbarmen

Ihr sterben bemerkte man kaum

Nach Tagen blieb einer stehen

Schlug die Hände vor sein Gesicht

Er mochte das Leid nicht sehen

Aus dem Unmenschlichkeit spricht

Sie wurden zu Grabe getragen

Die Menschen blieben schier stumm

Sie mussten sich selber beklagen

Ihre Schuld brachte beide um

Ich wünsch mir für kalte Nächte

Das jemand die Tür aufmacht

Mir Herzenswärme brächte

Und nicht übers Leiden lacht

Ich möchte

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:04

Ich möchte wieder ein Kind sein

Und Burgen aus Sand mir bauen

Ich möchte frei wie der Wind sein

Und Nachbars Garten beklauen

Ich möchte tanzen und springen

Von unendlichen Dingen träumen

Und Lieder der Liebe auch singen

Möchte klettern auf mächtigen Bäumen

Ich möchte gerne eine Katze sein

Und auf Dächern spazieren

Von oben ist nämlich alles sehr klein

Auch wenn ich auf allen Vieren

Ich möchte alle Armen beschenken

Und alle Krankheiten heilen

Ich möchte euch alle mit gutem bedenken

Das auf lange wir hier noch weilen

Ich möchte als mächtiger Adler fliegen

Und Stolz meine Kund verbreiten

Ich wünsch mir, daß nur die Guten siegen

Seit Anbeginn unserer Zeiten

Das alles mag vielleicht nicht gehen

Doch glaub ich wohl daran

Denn schönes gibt es schon zu sehen

So fangen wir einfach an

Abschiedsgruß an Eumel 19.Februar 2007

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:03

Im Grunde war ich noch sehr klein

Da sprangst Du als Beschützer ein

Ich war vielleicht grad 13 Jahr

Als ich Dich in Vilsen sah.

Ich war für Euch, für Dich die Kleine

Ich saß  auf  einer Bank, alleine

Vor einer Spielothek in diesem Ort

Oft spaßten wir auch gemeinsam dort.

Als ich dann später älter war

Verbrachten wir manch liebes Jahr

Ich denke oft an die wilde Zeit

Obwohl vergangen ist sie weit.

Wir haben soviel Spaß gehabt

Und Sinn zu Unsinn vorgebracht

Allein das Video für Schnieder

Vor lachen schmerzten uns die Glieder.

Bei Bensemanns im großen Saal

Das eine um das andere Mal

Dein Kopf lag tief hineingesunken

Am Tisch, denn Du warst sehr betrunken.

Wir alle haben viel gefeiert

Getanzt, gelacht und rumgeeiert

Es war so eine schöne Zeit

Zusammenhalt hat uns gefeit.

Wir saßen oft bis acht am morgen

Bei Thomas mit nicht vielen Sorgen

Hast nie was böses mir gesagt

Und zugehört, wenn man geklagt.

Später kaum Stunden miteinander verbracht,

Wir haben halt unsere Dinger gemacht.

Das letzte mal, es ist etwa zwei Jahre her

Da war es vertraut, wie immer und mehr.

Doch heute die Nummer im Telefon

Erst ging ich nicht ran, doch wusste ich´s schon

Dein Zweirad, Dein Hobby legte Dich lahm

Weil am Samstag ne Frau Dir die Vorfahrt nahm.

Ich wünsche Dir da, wo Du jetzt bist

Das Du an uns denkst, uns niemals vergisst

Ich wünsch Dir Weinbrand, Weib und Gesang

Und alles nur Beste, die Ewigkeit lang.

Du wirst jetzt oben im Himmel verweilen

Zum Abschied nur diese wenigen Zeilen.

Eumel, mein Großer es tut mir so weh

Ich hab Dich sehr lieb, und sag nun ade’

Freundschaft

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 19:02

Nähe die mich tief berührt

Noch tiefren Fühlens mich verführt

Meine Seele andre fand

Sich mit ihnen dann verband

Gibt es meinem Leben Sinn

Wenn ich sonst verloren bin

Jemand der mich gut versteht

Auch wenn es mal nicht weiter geht

Jemand der mich nicht vergisst

Ganz egal wo er auch ist

Jemand dem ich helfen kann

Überall und irgendwann

Natur

Kategorie: Lyrik (BAND 5) Lyrik aus dem Irrenhaus — rubinblut @ 18:58

Wie blau der Himmel noch erscheint

Im Herzen mir die Wehmut weint

Stets versucht das Glück zu greifen

Bitterkeit´s Früchte im Herzen mir reifen

Und fliegt ein Vogelklang vorbei

Die Trauer bricht das Herz entzwei

Die Wünsche weit nach vorne gellen

Mein Herz erfriert in eisig’ Wellen

Nur Frühlingsgrün uralter Bäume

Erweckt in mir das Licht der Träume.