17. September 2008
Dieser Band ist im Jahre 2002 entstanden, innerhalb weniger Tage.
Warum?
Was passiert, wenn die Fassade bröckelt und bricht? Was passiert, wenn das Verdrängte ins Bewusstsein dringt?

-blanker kalter Zorn-
Dieser Band bezieht sich ausschließlich auf die erste, brutalste Art des Erwachens, nicht mehr, nicht weniger.
Das einzige unveränderliche ist die Veränderlichkeit, was heißt, man entwickelt sich immer weiter. Der jetzige Standpunkt meiner Entwicklung ist ( sechs Jahre nach diesem Band ), dass ich ihn komplett und erhobenen Hauptes hier veröffentlichen kann. Ohne Wut zu empfinden, ohne Rachegefühle, einfach als Momentaufnahme aus dem Jahre 2002.
So webt sich das Netz der Lyrik und ich möchte auf keinen Fall einen Leser durch diese Worte negativ beeinflussen, oder Hoffnungslosigkeit verbreiten. Dazu habe ich keinerlei Gründe, denn mein Leben ist schön mit all seinen Höhen und Tiefen!
Selbst wenn dieser Band blasphemisch wirken mag, liegt es daran, dass man nur auf Gott böse sein kann, wenn man an ihn glaubt.
Bilder in diesem Band mit freundlicher Genehmigung von ©v.W. Morpheus
Heute Nacht und jede Nacht,
während Du schliefst, kam das Grauen über Dich.
Und es trägt einen Namen.
Mein Name spricht Rache,
Vergeltung und Zorn.
Während Du schliefst,
kam ich über Dich.
Blut, Rubinblut ist meine Schrift.
Eisigkalt trifft Dich mein Ruf.
Schreie die Dein Hirn durchbohren.
Meine toten Kinderschreie.
Totentanz auf Deiner Brust.
So komm ich über Dich,
in Dir und Deiner Seele,
werd ich wüten.
All mein Leid zerfrisst Dein Herz.
Vergeltung schreit es laut,
heute Nacht und jede Nacht.
Wird Stück für Stück,
von mir,
in Dir,
zu Deiner Hölle werden.
Dann, wenn Du Dich sicher wägst,
während Du schläfst.
Trink ich dein Blut.
Mein Grauen, Nacht um Nacht.
Wenn Du Dich sicher wägst.
In Deinen Träumen,
wird es Dich treffen.
Genau dann, wenn Du schutzlos bist,
wie ich einst.
Rollentausch,
nicht ich
doch Du,
mein Opfer.
Während Du schliefst.

Nacht für Nacht
Finster und kalt
Hoffnungsbringer Tod
Nacht um Tag
Der Traum
Vom Flug
Ins Nichts
Fallen
Hoffnungsbringer Tod
Sekundenglück im Traum.
Todsünde
Oder die Zeit des Schweigens
Verachtung
Eigenverachtung
Fremdverachtung
Zeitloses Schweigen
Stets stumm
Gequält
Zu jeder Zeit
Fremdfolter
Eigenfolter
Todsünde
Oder die Zeit des Schweigens
Jeden Tag ein bisschen tot-
Sterbe Stück für Stück-
Mein Herz ist schon verfault-
Die Seele modert-
Ein Stückt Tod mir inne wohnt-
Von mir-
Viele Stücke von Euch-
Stirbt es in mir-
Das Leben-
Was nicht meins ist-
Der Hass welkt nicht-
Stärker in meinem faulen Fühlen-
Sterbt ihr, dann wär´s ruh.
Seelenspiegel lüstern lachen
Lachen eigen Leiden raus
Sprechen roter Farbe Sprachen
Seelenspiegel reißen aus.
Rotverschiebung-
Meine Seele lacht und tanzt
Rotverschiebung-
Erkennen meiner Einsamkeit
Rotverschiebung-
Es in bunten Tönen schreit.
Lach mich aus vor meinem Bild
Lass in roten Farben sprechen
Einsamkeit mein hartes Schild
Nie mehr Blut noch Seel´ zu brechen.
Keine Mutter,
die mich liebte.
Keinen Vater.
Niemandsland auf kahlen Wegen
Niemandsland in meinem Herz.
Das Leben ohne Trost folgt
Zu unbestimmten Zeiten
Einem unbestimmten Ruf.
Niemandsland auf kahlen Wegen
Niemandsland in meinem Herz.
Keine Mutter,
die mich liebte.
Keinen Vater.
Mein Lebensbaum
Die Rinde Fleisch
Ein düstrer Traum
Im düstren Reich
Die Krone kahl
Die Wurzel bricht
Ein düstres Tal
Im düstern Licht
Die Blätter dürr
Die Zweige alt
Ein düstres hier
Im düstren Wald
Kindertränen-
Unschuld engelsgleich
Kindertränen-
Schreien weich
Kinderseelen-
Weggeschmissen
Kinderseelen-
Rausgerissen
Kinderherzen-
Blutig fassen
Kinderherzen-
Leiden lassen
Kinderleben-
Schnell verbraucht
Kinderleben-
ausgehaucht

Meiner Seele
Finstres Tal
Im Abgrund tiefer Totenreichen
Baumeln fade Kinderleichen.
( Der Herr ist mein Hirte )
Meiner Seele
Finstres Tal
Im Seelensee, im rötlich bunten
Liegt meine Hoffnung ganz weit unten.
( Der Herr ist mein Hirte )
Meiner Seele
Finstres Tal
Im Gras wächst blütenreich die Wut
Die Erde mein ertrinkt in Blut.
( Der Herr ist mein Hirte )
Meiner Seele
Finstres Tal
Zu wenig Luft für dürre Bäume
Am Boden tote Kinderträume.
( Der Herr ist mein Hirte )